Freitag, 16. September 2011

Weniger ist MEHRWert - grünes Wachstum ohne Grenzen?

Auf dem Weg in eine ökosoziale Marktwirtschaft müssen wir die Begriffe „Mehrwert“ und „Wachstum“ neu definieren. Darüber diskutierten Vordenker und Vorreiter einer alternativen Wirtschaftsordnung. Grünes Wachstum, nachhaltiges Wirtschaften, gerechte Verteilung – derzeit in aller Munde und Warum tun wir oft nicht, was wir doch eigentlich längst wissen.

Prof. Dr. Dr. Franz Josef Radermacher wieder mit gewohnt starker Rethorik über globale Ansätze einer ökosozialen Steuerung durch unterschiedliche Organisationen, die seiner Meinung nach Schlüsselpositionen besetzen. Seine 3 Szenarien unserer Zukunft lauten: Wir schaffen eine globale politische Regelung und teilen regionale und globale Wirtschaftskreisläufe. Sein Szenario der "Brasilianisierung" bedeutet eine Verarmung von Mitteleuropa durch Abwanderung der Wirtschaftskraft nach Asien. Düsteres Szenario eines Ökokollaps: damit wäre aber immer noch ein Leben des Grossteils der Erdbevölkerung möglich, aber auf sehr niedrigem Niveau.

Thomas Jorberg, Vorstand der GLS Gemeinschaftsbank aus Bochum sieht die Lösung in der Finanzbranche in einer Transaktionsteuer, die zunächst europaweit eingeführt werden sollte. Das Motto "Weniger ist Mehr" gab für den Moderator keinen Sinn, wenngleich weniger Konsum und mehr Lebensqualität auch bedeutet, dass nachhaltige Lebensstile umwelt- und sozialverträglich die Lebensqualität erhöhen, aber sinkender Konsum die Finanzsysteme und damit das derzeitige globale Wirtschaftssystem schwächt. Ein ganzheitliches Menschenbild sei Grundlage seiner Bank, die kleinere und grössere meist alternativer Projekte finanziere.

Thomas Prudlo, Geschäftsführer der Green City Energy GmbH ist ein lokaler Akteur für regenerative Energiesysteme, die ursrünglich mal utopisch als Autofrei2000 begonnen hatten. Heute betreiben sie mehrere Solar- und Photovoltaikprojekte und Biogasanlagen, die über die GLS Bank finanziert wurden. Green City Energy ist auch Initiator vieler Projekte und Veranstaltungen unterschiedlichster Art, wie beispielsweise das Streetlife Festival in München/Schwabing.

Die etwas flapsig, voreingenommene Moderation führte Dr. phil. Wolf Dieter Enkelmann, Institut für Wirtschaftsgestaltung in München, nach dem Motto: Wenn Philosophen zu Wort kommen, können sie nicht anders...

Insgesamt lag auch bei dieser Veranstaltung der Fokus auf Einflussnahme äusserer Faktoren der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme. Also politische Rahmenbedingungen und wirtschaftliche Regelungen. Und wieder kam zu kurz, was meiner Meinung nach im Kern betrachtet werden müsste: der Mensch und seine Innenwelt, die nach Feststellung aller Beteiligten der Angelpunkt von Wandel darstellt: das Denken und Bewusstsein der Menschen. Aber wenige erkennen das Ausmass, die tieferen Ebenen und entprechende Mechanismen menschlichen Bewusstseins und seine Auswirkungen. Woher kommen denn Ideen und Visionen, die dann Wirklichkeit werden? Keiner redet darüber, wie und mit welchen Massnahmen die gesellschaftlichen Innenwelten auf verträgliche und angepasste Weise bewusster gemacht werden könnte, denn dadurch kommen die Veränderungen von Innen, aus Einsicht und Überzeugung. Information ist nur der halbe Anteil, was fehlt ist die Erfahrungsebene.
An dieser Stelle auch eine Empfehlung des neuen Buches von Hans-Peter Dürr - Das Lebendige lebendiger werden lassen. Wie uns neues Denken aus der Krise führt.

www.greencity.de

1 Kommentar:

kristina hat gesagt…

Hallo zusammen,

wer von euch hat 5 Minuten Zeit, an einer von mir erstellten anonymen Umfrage teilzunehmen zum Thema Lifestyle of Health and Sustainability?
Die Umfrage dient der Datenerhebung für meine Masterarbeit.

www.voycer.de/umfrage/The+Lifestyle+of+Health+and+Sustainability+%28LOHAS%29+/27186/

Vielen Dank an jeden, der mitmacht!
Best, Kristina