Donnerstag, 22. September 2011

Hans-Peter Dürr: Nachhaltigkeit = Zukunftsfähigkeit


"Eine andere Welt ist nicht nur möglich, sie ist im Entstehen." So formuliert die indische Schriftstellerin und Politikaktivistin Arundhati Roy eine Haltung und Erfahrung, die trotz der vielfältigen Krisen unserer Zeit zuversichtlich stimmt. Erdöl und Atomkraft als Pfeiler unserer westlichen Welt wanken beträchtlich. Die Kosten die wir zur Aufrechterhaltung unseres energetisch exzessiven Lebensstil tragen müssen, erscheinen in keiner Betriebsbilanz. Ein wachstumsfrommes Handeln im Rausch des technologischen Fortschritts erlaubt keine Fehler mehr, wie es die Katastrophe von Fokushima gezeigt hat, aber Fehler zu machen ist menschlich.

Der enorme Aufschwung der Wirtschaft in den industrialisierten Ländern basiert wesentlich auf Bankraub: Wir stellen Schweißgeräte her, brechen damit einen Naturtresor nach dem anderen auf, nehmen Schätze und Energie heraus, um nebenbei neue, raffiniertere und meist auch teurere Schweißgeräte zu bauen, mit denen immer dickwandigere Naturtresore geplündert werden. Diese Banktäuberei erlaubt nur einem einem kleinen Teil der Menschheit ein fortschreitend gutes Leben. Allen anderen Menschen wird suggeriert, jeder der leistungsfähig und clever genug sei, kann daran teilhaben. Was in Wirklichkeit nicht möglich ist, sondern eher einem Karussel ähnelt, wo erst jemand herausfällt und Platz für den Neuen macht.
Artikel LOHAS.de

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