Freitag, 27. November 2009

McDonald’s verunsichert den Markt mit Grün


Hundert Filialen in Deutschland werden bis Jahresende im neuen Look erscheinen. Grün, Holz, Natur mausert sich McDonald's etwa zum Bio-Restaurant? Jetzt will man aus „grünen“ Gründen grüngelb werden. Und das ist –nach Aussage von Branchenkennern – angeblich markentechnischer Schwachsinn. Scheinbar sind auch die Marketingspezialisten verunsichert oder gar unwissend darüber, was "Grüne Gründe" sind? Wer kennt schon die Fallstricke moralisierender Märkte und Grünfärberei?
Der Farbwechsel sei auch als „Bekenntnis und Respekt vor der Umwelt zu werten“, erklärt der Vizechef von McDonald's Deutschland. Doch bei der Begründung hapert es, berichtet das Greenpeace Magazin: Das Unternehmen sei doch im Dow Jones Sustainability Index gelistet – dort befindet es sich zum Beispiel in der zweifelhaften Gesellschaft des Lebensmittelkonzerns Nestlé, des Ölmultis Total oder des Pharmariesen Novartis.
Doch Vorsicht, McDonald mag zwar plump agieren, aber nichts ist unmöglich, siehe Walmart in USA, Tesco und Mark&Spencer in England. Schließlich hat es McDonald nach einer miserablen Zeit geschafft, ihr Image durch Fairtrade-Cafe + Wohlfühlwelten zu neuen Ufern zu bringen. "Die tun was", könnte die Schlußfolgerung ihrer Klientel lauten, wenn auch kaum Kenntnisse zur Unterscheidung von Hintergründen z.B. der Massenproduktion, Rinderzucht und Waldrodungen oder Ressourcenverbrauch vorhanden sind. Gar nicht zu reden von gesundheitlichen Aspekten der Fastfood Ernährung. Den größeren Dimensionen muss sich auch McDonald früher oder später aber stellen, weil Klima, Ressourcenverknappung und Finanzprobleme sowie Wachstumsgrenzen und -verschiebungen vor Niemanden halt machen. Die ausdrückliche Aufforderung zur Nachhaltigkeit kommt diesmal also auch von ganz oben... eben die Krisen um Klima, Umwelt, Ressourcen und Finanzsysteme - und nicht "nur" von den LOHAS. Immer schneller dringt die Erkenntnis durch alle Ebenen, sonst wäre kein Unternehmen auf die Idee gekommen, solche Aktionen überhaupt erst in die Hand zu nehmen, grün werden zu wollen.

1 Kommentar:

Thomas hat gesagt…

Grüner McDonald's... Das erscheint mir so sinnvoll zu sein wie gelbes Blaulicht. Das Vorhaben dieser Kette sich als verantwortungsvoll, ethisch korrekt und gesund darzustellen hat spätestens seit "Supersize Me!" sicherlich eine hohe Priorität für das Management.

Sie haben es auch geschafft, keine Frage, wobei ich hier auf das Wort "darstellen" Wert lege. Angewidert hat mich persönlich der Werbespot dieser Kette, der vor ca. einem Jahr im TV lief: Ein idyllischer Bauernhof im Grünen, mit glücklichen Kühen auf weiten Wiesen, einem grinsenden Bauern und tobenden Kindern im Stroh sollten Sinnbild für die Höfe sein, von denen McD sein Fleisch bezieht. Sicher mag das sogar wahr sein, der im Spot gezeigt Hof ist sicher einer der Höfe. Aber wie die anderen Höfe aussehen und unter welchen Umständen dort produziert wird, darf und will kein Mensch wissen...

Ich finde es wichtig das "Sein" zu prüfen, und sich dann den "Schein" anzuschauen. Es ist schon anmaßend die Leute mittels grüner Farbe und Naturholzlook von Missständen dieser Fastfoodkette abzulenken und einen auf Bio zu machen...