Freitag, 17. April 2009

Haben wir eine Wahl?

Der Mensch kann wie ein Vogel in der Luft fliegen, er kann wie ein Fisch im Wasser schwimmen, aber er weiss nicht, wie man unter den Menschen lebt. Wir müssen zu den Wurzeln des Problems vordringen, zum Kern der menschlichen Psyche, und erkennen, dass ein gemeinschaftliches soziales Handeln mit Änderungen im Leben jedes einzelnen beginnt.
In dieser Epoche ein spirituell Suchender ohne soziales Gewissen zu sein, ist ein Luxus, den wir uns nur schwerlich leisten können. Und es ist die ärgste Torheit, ein sozialer Aktivist ohne exaktes Verständnis der inneren Funktionsmechanismen des menschlichen Verstandes zu sein. Keiner der beiden Wege hat für sich allein genommen bisher nennenswerte Erfolge verbuchen können. Es steht heute außer Frage, dass ein spirituell Suchender ein soziales Bewusstsein entwickeln muss, so wie es die Aufgabe des sozialen Aktivisten ist, sich von der geistig-moralischen Krise in der menschlichen Psyche zu überzeugen und zu erkennen, wie wichtig es ist, dem inneren Leben Aufmerksamkeit zu schenken.
Weil die Quellen menschlicher Konflikte, soziale Ungerechtigkeit und Ausbeutung, in unserer Psyche liegen, müssen wir auch dort mit der Transformation der Gesellschaft beginnen. Die individuellen und kollektiven Werte und Motive, die die Ungerechtigkeit und Ausbeutung der modernen Gesellschaft billigen, müssen aufgedeckt und genauso in den Brennpunkt der Veränderung gestellt werden, wie die sozio-ökonomischen und politischen Strukturen. Es ist nicht von dauerhaften Nutzen, die oberflächlichen Strukturen und Verhaltensweisen zu ändern, während die tiefliegenden Fundamente verrotten und verfallen.
Auszug aus: Eine gesellschaftliche Revolution - von Vimala Thakar

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