Sonntag, 2. November 2008

Das Wort zum Sonntag!

Utopia in der Sinnkrise + nachhaltige Blogger mit Tiefgang? Die Bloggerszene trägt den Nimubs der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit, natürlich nicht als Status Quo, aber als Tendenz. Sie geben ein Bild von Meinungsführerschaft ab und ich stelle fest, sie haben nur den Einfluss, der jener unsichtbaren Gruppierung (Community) entspricht, die diese Meinungen teilen. Aber diese Unabhängigkeit ist nur relativ, die Abhängigkeit besteht hier aus jenem Stoff, den ich Bestätigung nenne. Eine Wertschöpfung ist hier selten anzutreffen (und damit kaum mögliche Abhängigkeiten), jedenfalls nicht in erster Linie. Nun gibt es in der nachhaltigen Bloggerszene inhaltlich Tendenzen und Meinungen, die Teil eines übergreifenden Grösseren sind, und die Wahrheit liegt wie immer zwischen den Zeilen. So auch in dem Beitrag: Utopia und seiner Sinnkrise! Tatsächlich ist hier bei Utopia ein Ansatz zu finden, der die Wirkung eines Nussknackers in unserer Gesellschaft darstellt, mit einem Handwerkszeug, das kaum jemand mit dieser Grundausstattung, auch der Finanzmittel hätte sonst leisten können oder wollen. Auch das weckt Begehrlichkeiten und falsche Schlussfolgerungen, denn Schein und Sein ist das Geschäft des Werbemarktes, und der Personen, die es auf diese Art betreiben. Der tatsächliche Wert einer jeden Sache benötigt seine Würdigung. Aber jeder Akteur muss sich auch mit Kritik auseinander setzen. Dadurch lernen wir, und wir müssen alle lernen. Die Frage ist nur welche Kultur der Auseinandersetzung wir anwenden, da ist eine Menge Potenzial. Die Blogger sind die Speerspitze von Strömungen aus der Mitte der Gesellschaft, die in Vertretung von Gleichgesinnten kommunizieren (mehr oder weniger sinnvoll). Utopia ist eine der Speerspitzen, die angetreten ist mit dem Thema "strategischer Konsum", und alle Beteiligten sprechen scheinbar von einer "gemeinsamen Sache": Weltverbesserung? Von der Vision zur Umsetzung liegen Welten, und die Vielfalt ist enorm und gut. Aber wir stolpern immer über unsere eigenen blinden Stellen, und nicht über äussere Umstände. Und so stolpert Utopia sicherlich nicht über eine Sinnkrise im eigenen Umfeld (die kommt erst noch, utopia = tomorrow never comes), sondern an der Unfähigkeit, sich zu öffnen und den Dingen auf den Grund zu gehen, weil das eben viel mehr bedeutet als Strategie mit Werbemitteln. Das Thema ist letztlich "Menschlichkeit" in allen Aspekten, und das muss gelebt werden, jeden Tag und authentisch. Wir kehren alle gerne eines unter den Teppich: unsere eigenen Unzulänglichkeiten, dann stolpern wir früher oder später, eben über den eigenen Teppich. In einer "perfekten Welt" ist sehr wenig Platz für Menschlichkeit, weil da natürlich (von Natur gegeben) auch Schwächen sind, die keinen Platz bekommen: so entsteht Unglaubwürdigkeit oder Unzufriedenheit. Allen Akteuren gemeinsam scheint die Thematik LOHAS Fluch oder Segen zu sein (der Unterschied liegt im Auge des Betrachters). Und jeder versucht, LOHAS für sich (gemeinsame Sache? Not-Wendig wäre es im Sinne des Wortes) auf die EINE (positiv) oder ANDERE Art zu nutzen: Beispiele LOHASS in der taz. oder Marke Nachhaltigkeit sowie Greenwashing.

1 Kommentar:

Hans-Jürgen Langenbahn hat gesagt…

Nachdem ich mich nun fleißig an der Nachhaltigkeits-Diskussion, ausgelöst durch die neue MySpace-Aktivität von "Utopia", flattert mir eine Einladung zur offiziellen Vorstellung der Studie “LOHAS - Mythos und Wirklichkeit” ins Haus resp. in die Mailbox. Siehe dazu meinen gleichnamigen Beitrag unter http://kaffee-blog.maskal.de/lohas/lohas-mythos-und-wirklichkeit.

Viele Grüße,
Hans
http://kaffee-blog.maskal.de