Samstag, 23. Februar 2008

Biofach Kongressprogramm über LOHAS


Welches Potenzial der LOHAS Lifestyle für den Öko- bzw. Naturkosmetikmarkt bietet, welche Rückschlüsse für das Marketing von Ökoprodukten zu ziehen sind, behandelte ein Vortrag von Dr. Eike Wenzel. Das Thema zieht Kreise und stösst auf breites Interesse, das hier in altbekannter Weise vorgetragen wurde. Etwas trocken und hygienisch, mit wissenschaftlicher Betonung, die Ausblicke bieten soll und auf die hauseigenen Angebote zur Vertiefung verweisen. In erster Linie sind die Erkenntnisse über die LOHAS Fakt und bestehende Realität, werfen viele Fragen auf, die auch ganz stark Wirtschaft und Konsum betreffen. Die Werte der LOHAS implizieren einen ganzheitlichen Ansatz, der tatsächlich paradoxe Züge hat, wie z.B. der Hedonismus + Moral, wie von Herrn Wenzel beschrieben. Dies ist falsch interpretiert, gilt aber für diejenigen, die LOHAS-Marketing für Greenwashing anwenden wollen, indem sie nur den Aspekt Konsum oder Luxus thematisieren. Ist das Thema LOHAS nur eine Formel für Marketing? Die Werte der LOHAS sind für den Markt nicht wie gewohnt anwendbar, und da die Biobranche ja zum Grossteil die Gruppe der LOHAS bereits als Kunden bedient, aber der Kundenkreis sich durch die Bewegung ausbreitet, entsteht so etwas wie ein Wettrennen mit dem konventionellen Markt der sich in diese Richtung positioniert. Falls die Konzerne es schaffen, nachweislich Werte einzuhalten und die erforderliche Qualität zu liefern, werden die Strukturen der bisherigen Biobranche aufgelöst. Die Voraussetzungen dafür sind aber in der Mehrzahl der grossen Unternehmen nicht vorhanden, da hilft auch keine LOHAS Formel, da diese Werte gelebt werden müssen. Der Unsicherheitsfaktor bleibt der Konsument: Wie geht er mit seiner Macht als Käufer um, lässt er sich blenden durch Greenwashing, Preiskämpfe und Qualitätsverwässerung?

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